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- Botschafter 22 / 608 -


Birgit Schreiber Alpen, Nordrhein-Westfalen

Profilbild von Birgit Schreiber

Birgit Schreiber, pflegende Angehörige
Alpen

Ich pflege, weil ...

mir das Wohl meiner Mutter (81) am Herzen liegt. Nach der missglückten Karotis-OP hat sie mittlerweile die Pflegestufe 3. Sie soll zuhause betreut werden, in gewohnter Umgebung und mit einem Gefühl von Sicherheit.

Wichtige Begriffe für den Botschafter

Mit Pflege verbinde ich ...

Wichtige Begriffe

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  • Vertrautheit (am wichtigsten)
  • herzliche Wärme (am wichtigsten)
  • sich wohlfühlen (am wichtigsten)
  • Sicherheit (sehr wichtig)
  • Geborgenheit (sehr wichtig)
  • Verlässlichkeit (sehr wichtig)
  • teilhaben (wichtig)
  • Freude (wichtig)
  • Nähe (wichtig)
  • Kontakt (wichtig)

Birgit Schreiber über Pflege

Im Frühjahr 2011 hatte meine Mutter (79), nach einer OP an der Karotis, einen Schlaganfall erlitten. Nach insgesamt elf Wochen Krankenhaus und Rehaklinik kam sie nach Hause. Sie war also plötzlich ein Pflegefall geworden und sehr verunsichert und niedergeschlagen, da sie zuvor noch so viele Aktivitäten mitmachen konnte – das war nun vorbei.

Ich als Tochter hatte alles recht schnell zu organisieren. Das Pflegebett, welches wir von einem sehr hilfsbereiten Cousin bekamen, der seine kranke Mutter bis vor einem Jahr zuhause gepflegt hatte, steht nun im Wohnzimmer. Die Mitarbeit der Kranken- und Pflegekasse gestaltete sich sehr schwierig, trotzdem meine Mutter Privatversicherte ist. Ich hatte also nicht allein die Pflege (Tag und Nacht) zu gewährleisten, sondern auch noch sehr viel Büroarbeit, neben meiner 39Std./Woche-Stelle.

Es ergaben sich zu Anfang auch oft Notsituationen, da ich viel Zeit allein mit Mutter war. Der ambulante Pflegedienst konnte soviel Zeit nicht abfangen – auch nicht mit finanzieller Hilfe durch die Anerkennung der Pflegestufe 1 und erhöhtem Pflegebedarf aufgrund Demenz. In Notsituationen begleitete ich meine Mutter zum Krankenhaus und unterstützte dort ihre Pflege nach meiner Arbeitszeit im Betrieb. Leider ging es ihr nicht gut im Krankenhaus, da die komplette Versorgung einer Patientin, die kaum selbstständige Tätigkeiten vollziehen kann, nicht gegeben ist.

An meiner Arbeitsstelle gibt es keine Regelung im Falle dass man pflegende Angehörige wird. Das neue Gesetz hilft hier nicht weiter, da es ein kleiner Betrieb, unter 15 Mitarbeiter, ist. Nun haben wir mittlerweile eine 24 Stunden- Pflegehilfskraft im Haus und Mutter hat Pflegestufe 3 seit Nov. 2012 zuerkannt bekommen. Die Pflege zuhause erweist sich für sie als die erfolgreichste. Die vertraute Umgebung ist ihr sehr wichtig und natürlich auch die vertrauten Menschen. Auch Nachts ist sie gut versorgt, da immer eine Nachtbereitschaft da ist, die ihr schnell helfen kann. Sie bekommt keine Medikamente zum Ruhigstellen, nur wirklich notwendige Medikamente.

Und so ist es möglich, ihre geistigen Fähigkeiten zu erhalten und sie auch in der Motorik zu unterstützen. Die Erhaltung selbstständiger Tätigkeiten steht hier im Vordergrund und gibt ihr Lebensmut. Sie kann wieder lächeln und genießt die Nähe zu Familienmitgliedern und zu den lieben Betreuern und Pflegekräften, die sie begleiten. Wir werden von einem guten ambulanten Pflegedienst begleitet, der mit Rat zur Seite steht und die Behandlungspflege schnell übernehmen kann, wenn diese notwendig wird. Es ist schön zu sehen, dass es ihr gut geht.