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- Botschafter 2 / 606 -


Lutz Schoeps Berlin, Berlin

Profilbild von Lutz Schoeps

Lutz Schoeps
Berlin

Ich pflege, weil ...

die Menschen so etwas glücklicher sind.

Wichtige Begriffe für den Botschafter

Mit Pflege verbinde ich ...

Wichtige Begriffe

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  • Engagement (am wichtigsten)
  • Soziale Kontakte (am wichtigsten)
  • Verantwortung (am wichtigsten)
  • Bedürfnissen Raum geben (sehr wichtig)

Lutz Schoeps über Pflege

 

Engagement von Angehörigen

Als sein Schwiegervater zum Pflegefall wurde, musste Pflegebotschafter Lutz Schoeps ein geeignetes Heim für ihn finden. Das gelang und daraus wurde mehr: Schoeps engagiert sich seit drei Jahren in der Pflegeeinrichtung ehrenamtlich als Angehörigensprecher und im Heimbeirat.
Mit dem Tod seiner Frau im Jahr 2007 geriet der Alltag von Heinz Zschuppe aus den Fugen. Doch die Familie war zur Stelle: Seine jüngste Tochter und ihr Mann Lutz Schoeps besuchten ihn so oft sie konnten, brachten die Einkäufe, machten mit ihm Behördengänge und gingen gemeinsam spazieren. An den Wochenenden kam der Vater dann zu ihnen nach Hause. Alles war eingespielt – bis sich irgendwann die Unfälle häuften: Der Rentner kollabierte mehrmals in seiner Wohnung und eines Tages wachte er erst wieder im Krankenhaus auf. Grund war seine schwere Diabeteserkrankung, ein Unterschenkel musste später amputiert werden.
„Wir rechneten damals mit dem Schlimmsten, da er noch Wochen nach der Operation geistig völlig abwesend war“, blickt Schoeps zurück. „Glücklicherweise erholte er sich zusehends, aber ein Zurück in die eigenen vier Wände war von da an undenkbar.“ Schnell musste eine Lösung gefunden werden. Seine Frau sprach mit ihren drei Geschwistern, kurzfristig konnte aber niemand von ihnen einspringen. Das Ehepaar beschloss trotz großer Bedenken ein Pflegeheim für Heinz Zschuppe zu finden. Zwei Häuser kamen in die engere Wahl, darunter der Wohnpark am Rohrpfuhl, eine in freundlichen Farben gehaltene Anlage an der Peripherie Berlins mit Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen.
Soziale Kontakte sichern.
„Mein Schwiegervater hatte eigentlich alle seine sozialen Kontakte verloren. Viele der einstigen Nachbarn sind weggezogen oder verstorben. Gerade deshalb hat ihm das WG-Prinzip so gut gefallen. Hier verbringen die Bewohner in der Gruppe viel Zeit miteinander und können sich je nach Lust und Laune auf ihr Zimmer zurückziehen“, berichtet Lutz Schoeps. Seitdem er im Wohnpark am Rohrpfuhl lebt, ist Heinz Zschuppe eigentlich fast wieder der alte: Wo er kann, hilft er dem Pflegepersonal und Alltagsbegleitern wie Pflegebotschafterin Marion Petersdorf. Kürzlich stand der 83-Jährige sogar für die Anzeigenkampagne des Bundesministeriums für Gesundheit zur Aktion „Ich pflege, weil ...“ stundenlang Modell.
Und auch Lutz Schoeps ist im Haus kein Unbekannter: Vor drei Jahren fragte ihn eine Alltagsbegleiterin, ob er sich nicht vorstellen könne, im Heimbeirat aktiv zu werden und sich als Angehörigensprecher zu engagieren. Schoeps – ohnehin oft zu Besuch – war einverstanden. Der 52-Jährige spricht jetzt regelmäßig mit Bewohnern der einzelnen Wohngemeinschaften, notiert deren Vorschläge und Verbesserungswünsche zu verschiedenen Themen wie Beschäftigungsangebote oder Ausstattung der Räumlichkeiten, um sie später mit der Heimleitung und dem Pflegeteam zu diskutieren. „Die Routine im Tagesablauf eines Heimes führt mancherorts dazu, dass für die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Bewohner häufig nicht genug Raum bleibt“, sagt Schoeps. Als Angehörigensprecher berät und informiert er zudem die Verwandten der Bewohner, koordiniert ehrenamtliche Einsätze und veranstaltet Treffen. „Wir sind Teil des Ganzen und können dadurch wieder ein Stück Verantwortung übernehmen – ein gutes Gefühl!“